Informationen für Waldbesitzer
Natura 2000 im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab

Natura 2000 ist ein europaweiter Biotopverbund, um ausgewählte Lebensräume und Arten in einem günstigen Zustand zu erhalten. Sie gliedern sich in Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Vogelschutz-Gebiete.

Im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab gibt es einige Natura 2000-Gebiete mit wertvollen Tier- und Pflanzenarten. Befindet sich eine Fläche in einem Natura 2000-Gebiet, bedeutet dies nicht pauschal eine Einschränkung.

Folgende Maßnahmen einer ordnungsgemäße Waldbewirtschaftung können auch weiterhin durchgeführt werden, wenn dabei die Erhaltungsziele für das Gebiet berücksichtigt werden.

  • Jugendpflege, Durchforstung, Verjüngungsnutzung
  • pflegliche Holzernte und Bringung
  • Anlage von Rückegassen (ohne Erdbewegung)
  • Pflanzung standortsgemäßer, heimischer Baumarten
  • Einleitung und Förderung der Naturverjüngung
  • ordnungsgemäße Jagdausübung
  • Waldschutzmaßnahmen z.B. Borkenkäferbekämpfung
  • Instandsetzung bestehender Wege

Es gibt allerdings auch Maßnahmen, die gegen das Verschlechterungsverbot verstoßen können, zum Beispiel:

  • Entfernen von Biotopbäumen und Totholz außerhalb der Verkehrssicherung
  • übermäßig starke Eingriffe z.B. Kahlschlag
  • Umwandlung von Laubholzbeständen in Nadelholzbeständen
  • Bau von Forststraßen und Rückewegen (Erdbewegung)

Oder sonstige Maßnahmen wie:

  • Trockenlegen von Feuchtbiotopen
  • Veränderung von Gewässern und Quellen
Wer letztere Maßnahme in seinem Wald plant, sollte sich auf jeden Fall vorher rechtlich informieren und beraten lassen. Oft bieten sich Alternativen an, die sowohl Natura 2000 wie auch den eigenen Vorstellungen entgegenkommen.
Für jedes FFH-Gebiet bzw. Vogelschutzgebiet wird momentan ein sog. Managementplan erstellt, der konkrete Erhaltungsziele und –maßnahmen für das jeweilige Gebiet festlegt und in dem die Lebensraumtypen und Arten kartenmäßig erfasst sind. Der Managementplan ist die künftige Arbeitsgrundlage für die Erhaltung der Gebiete. Er soll Klarheit und Rechtssicherheit über den Schutzstatus und die Erhaltungsmaßnahmen eines Gebietes geben. Die Erstellung dieser Pläne ist von der EU vorgegeben. Sie sollen den Behörden als Steuerungselement dienen.
Im Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab gibt es 14 FFH-Gebiete, die sich z.T. mit Vogelschutzgebieten überschneiden. Größtes FFH/Vogelschutzgebiet ist der US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit über 19.000 Hektar.
Gebiets-Nr. Name des Gebietes Gesamtfläche
in Hektar
Waldanteil
in Hektar
Bearbeitungsstand
6137-302 Basaltkuppen im Raum Kemnath 81 55 Managementplan
veröffentlicht
6138-372 Serpentinstandorte in der nördlichen Oberpfalz 119 98 Managementplan
veröffentlicht
6139-371 Waldnaabtal zwischen Tirschenreuth und Windischeschenbach 2618 1600 in Bearbeitung
6237-371 Haidenaab, Creussenaue und Weihergebiet nordwestlich Eschenbach 1866 327 in Bearbeitung
6238-301 Parkstein 2 1 Managementplan
veröffentlicht
6336-301 US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr (FFH+SAP) 19279 9704 in Bearbeitung
6338-301 Lohen im Manteler Forst mit Schießlweiher und Straßenweiherkette 772 649 in Bearbeitung
6338-401 Manteler Forst (SPA) 2698 2383 in Bearbeitung
6340-301 Blockschuttwälder am Pleysteiner Sulzberg 109 103 Managementplan
veröffentlicht
6340-371 Pfreimd und Loisbach 242 13
6341-301 Torflohe (FFH + SPA) 173 119 in Bearbeitung
6439-371 Pfreimdtal und Kainzbachtal 334 114 Managementplan
veröffentlicht
6441-301 Fahrbachtal 444 354 Managementplan
veröffentlicht
6441-302 Naturwaldreservat Stückstein 83 74 Managementplan
veröffentlicht
Jeder Grundeigentümer, der mit seinen Flächen in einem Natura 2000-Gebiet liegt, kann sich spätestens beim sog. "RundenTisch" noch einmal eingehend informieren. Die Termine der "Runden Tische" werden rechtzeitig in den örtlichen Zeitungen oder durch persönliche Einladungen bekannt gegeben.

Ansprechpartner für Fragen zum Wald in Natura 2000-Gebieten im Landkreis ist das
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden i.d.OPf.
Bereich Forsten
Kemnather Straße 11
92690 Pressath
Tel.: 09644-9218-0

Zu Fragen im Offenland wenden Sie sich bitte an die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt.